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Wie sich Konzentration und Motivation von Kindern erhöhen lassen/ Link zum Buch Wie schlau ist mein Kind?

 

Bei Themen, die uns innerlich bewegen oder oder die aus irgendeinem Grund für uns von Bedeutung sind, fällt es uns sicherlich sehr leicht, bei der Sache zu bleiben. Das bedeutet, dass eine positive innere Einstellung eine weitere wichtige Voraussetzung für das Gelingen unserer Konzentration ist. Konzentration ist nicht nur höchste Aufmerksamkeit, sondern auch die Fähigkeit, sich mit einer Aufgabe oder Sache über einen längeren Zeitraum auseinanderzusetzen. Nur, wenn wir uns auf eine Sache voll konzentrieren, nehmen wir sie bewusst und können sie optimal speichern. Konzentrationsmangel zeigt sich durch Vergeßlichkeit, motorische Unruhe, Flüchtigkeitsfehler. Ein unkonzentriertes Kind lässt sich durch kleinste Geräusche ablenken, schaut verträumt aus dem Fenster, unterbricht ständig seine Arbeit, rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her oder spielt bei jeder Gelegenheit mit Gegenständen oder mit seinen Fingern. Solche Kinder brauchen immer wieder neue Anregungen und müssen immer wieder neu motiviert werden. Sonst verlieren sie leicht die Lust an einer Sache, da sie allein oft vieles nicht zu Ende bringen. Ihre Begeisterungsfähigkeit ist wie ein aufloderndes Feuer, das meistens sehr schnell erlischt.

 

So können Sie Konzentration bei Ihrem Kind erhöhen:

Einen Zeitplan aufstellen. Wenn man den Stundenplan und bevorstehende Klassenarbeiten ungefähr im Kopf hat, kann es vorkommen, dass wichtige Termine vergessen oder verdrängt werden. Um unnötigen Lernstress zu vermeiden benötigt das Kind eine gute Zeitplanung. Am besten ist dafür ein Kalender oder ein Poster geeignet, wo das Kind seine Schul- und Freizeittermine über längere Zeiträume eintragen kann.

Lernbedingungen verbessern. Lärm, überladener Schreibtisch, schlecht gelüftetes Zimmer, fehlende Lern- und Arbeitsmittel können den Lernprozess beträchtlich stören. Deshalb sollten Sie einmal genauer untersuchen, wie die Lernumwelt Ihres Kindes aussieht und wie sie sich auf sein Lernverhalten auswirkt. Vielleicht müssen Sie als Konsequenz daraus einiges lernfördernder gestalten und ändern.

Lernstoff abwechseln. An Konzentrationsschwierigkeiten kann auch psychische Sättigung beteiligt sein. Sie tritt vor allem dann ein, wenn Ihr Kind zu lange an demselben Lernstoff sitzt. Mit einem vernünftigen Lernstoffwechsel kann man dagegen wirken. Es soll z.B. Bei den Hausaufgaben die Fächer so reihen, dass keine zu ähnlichen Fächer nebeneinander liegen.

Lernwege abwechseln. Wenn man die Konzentrationsleistung erhalten möchte, sollte man die Lernwege immer mal wieder abwechseln. Zum Beispiel neben dem Durchlesen von Texten gibt es eine Vielzahl von Lernwegen: wichtige Textstellen durchstreichen, kurz zusammenfassen, laut lesen, skizzieren, Inhalte gliedern. Wenn Ihr Kind während seiner Lernphase einige davon anwendet, kommt es wohl kaum zu jener konzentrationsmindernden Monotonie.

Geeignete und angemessene Lernzeit bestimmen. Schwierigkeiten gibt es nicht nur bei der Organisation der künftigen Lernzeit, sondern auch bei der Einteilung dessen, was heute und jetzt zu erledigen ist. Tagesplanung bedeutet nicht, pingelig jeden Lernschritt festzulegen und sich sklavisch daran zu halten. Falls Ihrem Kind das Chaos eher die Regel als die Ausnahme ist, helfen Sie ihm, vor Lernbeginn einen Plan anzufertigen, auf dem Ziele und Ablauf des Lernens grob skizziert sind. Ähnliches tut man, wenn man vor dem Einkaufen einen Merkzettel schreibt.

■ Regelmäßig Pausen einlegen. Volle geistige Konzentrationsleistung ist nur von begrenzter Dauer. Schon nach 20-30 Minuten können sich die ersten Aufmerksamkeitsverluste bemerkbar machen. Dem Konzentrationsabfall kann man am besten durch Lernpausen entgegenwirken. Achten Sie darauf, dass ihr Kind sich in den Pausen wirklich entspannt, z.B. durch Bewegung.

 

Motivation ist sprachlich vom lateinischen Wort movere = bewegen abzuleiten. Sie beschreibt die innere Kraft, die Richtung und Zielorientierung für unsere Handlung angibt. Sie hat eine starke gefühlsmäßige Komponente.

Mangelnde Motivation erfährt ein Kind mit Sicherheit auch in der Schule. In einem ungeliebten Fach fehlt der entscheidende innere Antrieb. Hierdurch bereitet das Lernen Schwierigkeiten und die Leistungen sind nicht wunschgemäß.

 

So können Sie Motivation bei Ihrem Kind erhöhen:

Loben. Loben Sie Ihr Kind, wenn es etwas gut hinbekommen hat. Lobende Worte gehören zu einer guten Erziehung. Sie spornen das Kind an, sich neuen Herausforderungen zu stellen, und machen es mächtig stolz. Loben Sie Leistungen, keine Eigenschaften und versuchen Sie, Lob sparsam und gezielt einzusetzen.

Erfolge würdigen. Kaum etwas erhöht die eigene Motivation mehr als Erfolg. Auch scheinbar kleine Erfolge, die für uns selbstverständlich sind, sollten daher gewürdigt werden. Jedoch gut gemeinte Sätze wie “Wie schlau du bist” können das Kind leicht demotivieren, weil sie fürchten, das positive Bild von ihnen nicht bestätigen zu können. Es ist besser, konkrete Taten zu würdigen und Leistungen zu betonen.

Sachlich kritisieren. Gibt es etwas zu kritisieren, bleiben Sie bei der Sache. Kritisieren Sie nicht das Kind als Person, sondern das bemängelte Verhalten. Statt: “Du bist immer so unordentlich!” sollten Sie also besser sagen: “Halte deinen Schreibtisch ordentlich, dann findest du deine Sachen schneller.”

Hilfe leisten. Unterstützen Sie Ihr Kind darin, eigene Lösungen zu finden. Das macht es stolz und fördert die Motivation.

Belohnen. Bei angestrengten Aufgaben können kleine Belohnungen die Motivation erhöhen. Wer auf den gesundheitlichen Aspekt achten möchte und Süßigkeiten zur Belohnung sparsam einsetzen möchte, kann aber auch selbst kreativ werden. Erlebnisgeschenke können für das Kind viel spannender sein und zudem den Familienzusammenhalt stärken. Ausflüge werden von Kindern als Belohnung meist gern angenommen. Es muss schließlich nicht immer eine materielle Belohnung sein. Ein Besuch im Schwimmbad, in einem Zoo oder in der Eisdiele sollte dabei trotzdem immer noch etwas Besonderes bleiben, damit sie vom Kind stets als Belohnung und nicht als Gewohnheit angesehen werden.