Rechnerisches Denken

Unter rechnerischem Denken versteht man die Fähigkeit, einfache numerische Operationen unter Verwendung der Grundrechenarten im Kopf durchzuführen und logische Beziehungen zwischen Zahlen erkennen. Typische Aufgaben sind die Rechenaufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, von Aufgabe zu Aufgabe ansteigend. Beliebt sind auch Kettenaufgaben, bei denen auf jedes Zwischenergebnis eine Rechenoperation angewendet werden muss. Im gewissen Umfang ist die Leistung auch vom sprachlichen Verständnis abhängig, da ältere Kinder Rechenaufgaben in Form von Textaufgaben gestellt bekommen. Das Leistungsvermögen wird von der Aufmerksamkeit und dem Konzentrationsvermögen sowie Ängstlichkeit und Belastbarkeit in Prüfungssituationen beeinflusst. Darüber hinaus spielt auch eine große Rolle die Fähigkeit, unter Zeitdruck zu arbeiten.

Mathematik ist aber viel mehr als Rechnen. Mathematik ist genauso Entdecken, Begründen und Beschreiben. Heute soll ein Kind Aufgaben nicht nur auswendig lernen, sondern auch verstehen und begründen können, warum es so rechnet. Versuchen Sie selbst, die Aufgabe 7+8 im Kopf zu rechnen. Das geht sicher schnell, da Sie schon viele Erfahrungen sammeln konnten und bereits seit Jahren rechnen können. Versuchen Sie sich aber mal genau vorzustellen, wie Sie im Kopf gerechnet haben. Einige von Ihnen sagen vielleicht: "Das ist eine leichte Aufgabe, da ist das Ergebnis vor meinen Augen direkt aufgeblitzt". Andere würden vielleicht beschreiben, dass sie einen Zahlenstrahl sehen, an dem sich das Ergebnis abbildet oder sie machen zunächst die „10 voll“, rechnen also 7+3+5. Vielleicht haben Sie aber auch etwas ganz anderes vor Ihrem „inneren Auge“ gesehen. So wie Sie viele unterschiedliche Wege finden, so tun das auch Ihre Kinder. 

Um die Rechenaufgaben erfolgreich zu lösen, sollte man in dieser Reihenfolge vorgehen:

- Die Aufgabe aufmerksam lesen.
- Sachverhalt mündlich wiedergeben, damit Sie die Aufgabe verstanden haben. Gibt immer noch Probleme-noch mal lesen.
- Strukturieren. Es ist immer hilfreich, wenn man sich eine Skizze in Bildern oder auch in Wörtern anlegt, um den Überblick über die Aufgabe zu behalten.
- Lösungsstrategie entwickeln, indem man zum Beispiel einen Rechenbaum aufstellt. Rechenoperation auswählen. Rechenoperation durchführen.
- Zum Schluss Lösung überprüfen.

Für Mathematik kann man nicht genug üben! Gerade in diesem Bereich trägt eine gute Vorbereitung Früchte, da alle Aufgaben relativ einfache Berechnungen erfordern.

 

Typen von Aufgaben zum Rechnerischen Denken in IQ-Tests 

- Mengen vergleichen(größer, kleiner oder gleich)
- Zahlenreihen vervollständigen
- Rechenaufgaben der vier Grundrechenarten lösen.
- Gleichungen aus Zahlen konstruieren.
- Eingekleidete Rechenaufgaben lösen.

 

Beispielaufgaben* 

Aufgabe 1: In zwei Feldern sind zwei Mengen. Dargestellt, die vergliechen werden sollen. Es wird dann A, B oder C angestriechen. Folgende Regeln sind zu beachten:

- A wird angestriechen, wenn die Menge im linken Feld größer als die in der rechten;
- B wird angestriechen, wenn die beiden Mengen gleich sind;
- C wird angestriechen, wenn die Menge im rechten Feld größer als die im linken.

   

Lösung:  A). Rechts sind vier Fische abgebildet und links sind es nur drei. Also, der Antwort A ist richtig.

 

Aufgabe 2:  Vervollständigen Sie die Reihe mit der nächsten logischen Zahl: 6 8 7 9 8 10 9 11 10 ?

Lösung: 12. Prinzip: +2, -1, +2, -1...

 

Aufgabe 3: Stellen Sie zwei Zahlen und Operationszeichen so zusammen, dass eine richtige Gleichung entsteht und sich eine der Auswahlworten als Lösung ergibt.

   

Lösung: c). 2+7 ergibt 9.

 

 

Aufgabe 4: Die Rechenaufgabe ist zu lösen:   45 - 17 = A;   A=?

Lösung: A=28.

 

 

Aufgabe 5: Lösen Sie die folgende Rechenaufgabe: 13+12=?

Lösung: 25.

 

 

Aufgabe 6: 900 g Honig sind in 2 Gefäßen verteilt. In einem sind 200g mehr Honig als in dem anderen. Wie viele kg Honig sind im größeren Gefäß?

Lösung: 550 g Honig im größerem Gefäß.

 

 

* Aufgaben aus IQ-Tests dürfen nicht veröffentlicht werden, da es den Personen mit mehr Übung einen Vorteil verschaffen würde. Hier stelle ich meine eigene Beispiele vor, die nicht aus den Tests stammen und auch nicht psychologisch entwickelt wurden. Sie ermöglichen es Ihnen, eine bessere Vorstellung von den Testanforderungen zu bekommen.